Kultur Kunst

Visual-Artist Nozibele Meindl: „Meine Bilder sind nicht nur meine Geschichten, sondern die von allen“

***Warnung: Der folgende Artikel thematisiert u. a. Missbrauch und Gewalt***

Nozibele Meindl ist Digital Multimedia Visual-Artist, Aktivistin und Mutter und lebt seit zwölf Jahren in Bremen. Durch einen Kunstwettbewerb zum Thema koloniale Folgen fanden BlaxMag und Nozibele zusammen. Ihre Bilder sind kraftvoll und persönlich. Genderspezifische Gewalt, Diskriminierung und Trauma stecken in ihren Werken. Mit ihrer Kunst möchte sie andere stärken und Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen.

Nozibele wurde in den 70ern während den Unruhen der Apartheit in Port Elizabeth, Südafrika geboren. Sie wuchs in einem Township auf, wo sie regelmäßig körperliche Gewalt und Missbrauch erfahren musste. In ihrer Kunst teilt sie solche Erinnerungen und Emotionen mit den Betrachter*innen. Die Werke porträtieren Trauma und Verlust aber auch Zusammenhalt im Umgang mit traumatischen Erlebnissen. 

Ein Teil ihrer Kunst ist es auch, das Können der jüngeren Generationen zu fördern. Seit einiger Zeit gibt sie Wissen an Schüler*innen weiter. So möchte sie Jüngere für Offenheit und Verständnis gegenüber Menschen verschiedener Hautfarben, Herkunft und Geschlecht sensibilisieren.

 

Verarbeitung durch Kunst

Nozibele Meindl, Titel: „Kindheit-Trauma-Erinnerungen“, 2020
Nozibele Meindl, Titel: „Unsichtbar”, 2021
Nozibele Meindl, Titel: „Schande”, 2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nozibeles Arbeiten spiegeln ihre Erfahrungen. Das Selbstporträt „Kindheit-Trauma-Erinnerungen“ ist eine Darstellung ihrer Vergangenheit. „Eines Tages teile ich die Erinnerungen mit euch“, sagt sie uns.

Die Erinnerungen scheinen Nozibele zugleich zu dem empathischen Menschen gemacht zu haben, der sie heute ist. „Mich haben schon immer Geschichten aus den Medien geprägt, in denen Frauen das Leben durch häusliche Gewalt lassen mussten.“, erzählt sie. Für sie ist es wichtig, dem Nicht-Erzählten und zugehörigen Kollateralschäden Sichtbarkeit zu verleihen. „Als Opfer von Kindheitstraumata sehe ich mich in der Verantwortung, nicht bloß für mich zu kämpfen. Indem ich zur Aktivistin und zu einer Stimme werde, erreiche ich hoffentlich ein weites Publikum. So möchte ich die Rechte der Schwächsten in der Gesellschaft schützen.“

 

„Meine Bilder jagen einen Geist in der Zeit“

Mixed-Media-Kunst bedeutet in der bildenden Kunst, dass ein Werk mit einer Vielzahl an Materialien und Techniken erstellt wird. Für Ihre Mixed-Media-Arbeiten nutzt Nozibele eine breite Facette an Materialien, wie Holzkohle, Fotographie, Acryl, Kleber, Fäden und Tinte. 

„Meine Bilder jagen einen Geist in der Zeit — stillleidend, aber heute anwesend, der nicht ignoriert werden kann. Vielmehr muss er sogar angeschaut werden. Meine Bilder sind nicht nur meine Geschichten, sondern die von allen: Von denen, die zu jung sind, um etwas zu sagen und die, die zu viel Angst haben, um den Missbraucher zu verlassen. Es ist an der Zeit, sich dem Schlechten zu stellen, bevor es sich in der nächsten Generation wiederfindet.” 

Nozibeles Kunst könnt ihr auf Facebook und Instagram folgen und sie dort anfragen.

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